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Dieses Andachts- und Meditationsbild ohne Text.
Andreas Felger
Der große Stein

DER GROSSE STEIN

Am Ostermorgen bewegt die Frauen,
die gemeinsam zum Grab Jesu gehen,
nur eine einzige Frage:
"Wer wird uns den Stein vom
Eingang des Grabes wegwälzen?
Der Stein war nämlich sehr groß."
Eine unverrückbar harte Tatsache,
eine unüberwindliche Schwierigkeit!
Diese Frauen wissen genau:
An diesem Stein führt kein Weg vorbei.
Aber das zeichnet die Frauen aus:
Sie weichen nicht zurück vor dem Stein,
brechen auf, scheinbar irrational,
gehen bewusst auf den Stein zu.
Gegen jede Hoffnung - hoffen sie.
Andreas Felger verzichtet im Bild
auf die Darstellung der Frauen;
denn wir sind diese Frauen, wir,
die Betrachter dieses Bildes, die
in diesem Stein unseren Stein entdecken:
zum Beispiel ein unlösbares Problem,
eine Aufgabe, die unmöglich erscheint.

Doch als die Frauen "aufschauen",
mit den Augen des Glaubens sehen,
erblicken sie kein dunkles Grab,
sondern etwas Weißes, Blitzendes.
Ist es ein strahlendes Gewand
oder das Licht eines Engels?
Das unerwartet Helle erschreckt sie.
So sieht doch kein Grab aus!
Bis ihnen aufgeht: Der Tote
ist gar nicht tot. Er lebt!
Gott hat Jesus vom Tod auferweckt.
Jetzt geht er uns leuchtend voran.
Der Stein ist zwar immer noch da -
unverändert, in voller Wucht.
Gott räumt ihn nicht aus dem Weg.
Aber der Blickwinkel ist neu:
Der österliche Mensch sieht mehr
als nur Stein und das Schwarz.
Er sieht durch den Stein hindurch -
ein wunderbar strahlendes Licht.
Es wird künftig auch den größten Stein
durchleuchten und lebendig machen.

Gott,
Steine können lästig sein,
wenn sie uns im Weg stehen,
wenn sie die Sicht versperren,
wenn sie uns auf der Seele lasten.
Und auch wir fragen dann:
Wer wird uns den Stein wegwälzen?
Gott, du hast an Ostern
den Stein ins Rollen gebracht.
Du hast der Welt gezeigt,
wer Herr über Leben und Tod ist.
Gib, dass dein Osterlicht
unter uns leuchtet, auch wenn
die Aussicht dunkel erscheint.
Dein Licht ist stärker als alle Nacht.

Bild: Andreas Felger, Aquarell Kreuzwegstation XIV
© Präsenz Verlag, D-65597 Hünfelden
Text: Theo Schmidkonz SJ
© Rottenburger Kunstverlag VER SACRUM
72108 Rottenburg am Neckar Bestell-Nr. 896 D
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