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ER HAT UNS ERLÖST
Die Ostkirche hat nie gewagt,
die Auferstehung Jesu bildlich darzustellen.
Die Heilige Schrift berichtet ja auch
nichts von der Auferstehung selbst.
Aber im ersten Petrusbrief lesen wir:
"Christus ist gestorben,
um euch zu Gott hinzuführen.
Er ging zu den Geistern
im Gefängnis des Todes
und verkündete:
Gott hat Leben für euch!"
Und im Credo beten wir:
"hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten".
Unsere Ikone zeigt zunächst
diesen Abstieg Jesu
in das Reich des Todes.
Er, der Sohn Gottes,
schreckt nicht zurück
vor dem Abgrund des Nichts.
Er nimmt das Sterben und den Tod
bewußt und freiwillig auf sich -
für uns,
für uns alle!
Denn durch seinen Tod
hat er unseren Tod überwunden
und durch seine Auferstehung
uns für immer aufgerichtet.
Darum ergreift er die beiden Gestalten
(es sind Adam und Eva,
stellvertretend für alle Toten)
am Handgelenk,
entreißt sie der Sinnlosigkeit
des Todes und der Schuld,
erlöst sie aus aller Angst
und Einsamkeit
und zieht sie empor
in das Licht.
Der Abstieg in den Tod - für uns -
wird zu einem siegreichen Aufstieg
in das Reich des Vaters,
angedeutet in der grüngefaßten
mandelförmigen Gloriole mit Engelsgestalten.
Dieser österliche Christus macht sichtbar,
was Paulus den Korinthern schreibt:
"Verschlungen wurde der Tod vom Sieg.
Gott aber sei Dank,
weil er uns den Sieg schenkt
durch unseren Herrn Jesus Christus."
Herr Jesus Christus,
Du stiegst hinab
in die Tiefen der Erde,
zermalmtest die Ketten der Toten
und standest -
wie Jonas aus dem Meerungetüm -
auf aus dem Grab.
Durch Dich feiern wir
die Tötung des Todes,
die Vernichtung des Bösen,
den Anbruch des ewigen Lebens.
Nun ist alles voller Licht.
Darum jubelt die ganze Schöpfung
über Deine Auferstehung.
Laß uns durchstrahlt werden
von dieser Freude
und gemeinsam rufen:
Christus ist wahrhaft auferstanden!
(Osterkanon des Joh. v. Damaskus, †750)
Text: Theo Schmidkonz SJ
Bild: Auferstehung (Anastasis), Ikone, 14. Jh.
© Rottenburger Kunstverlag VER SACRUM
72108 Rottenburg am Neckar Bestell-Nr. 771 D |