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BETEN UND GLAUBEN. DANKE
Die Briefe des Alfred Delp SJ,
geschrieben mit gefesselten Händen
aus der Todeszelle in Berlin 1944/45,
gehören zu den bedeutendsten Glaubenszeugnissen
der Kirche im 20. Jahrhundert.
"Ich sitze da vor dem Herrn
und schaue ihn nur fragend an.
Was soll ich jetzt tun?
Soll ich weiter hoffen
trotz der Aussichtslosigkeit?
Alles sammelt sich in das Eine:
Mensch, lass dich los zu deinem Gott hin,
und du wirst dich selbst wieder haben.
Lasst uns dem Leben trauen,
weil wir es nicht allein zu leben haben,
sondern Gott es mit uns lebt.
Wenn durch einen Menschen
ein wenig mehr Liebe und Güte,
ein wenig mehr Licht und Wahrheit
in der Welt war,
hat sein Leben einen Sinn gehabt."
Auffallend häufig spricht Delp
im Kerker von der "guten Hand Gottes".
Teile seiner Abschiedsbriefe lesen sich
wie Gebete der Hingabe an Gott.
"Es ist alles in Gottes guter Hand.
Und diese Hand muss man verehren
und ihr die Treue halten,
auch wenn sie einmal hart zufasst.
Der Herrgott hat die Sache
absolut in seine Hand genommen.
In seine Freiheit und Güte
sei alles gestellt und gegeben.
Auf jeden Fall muss ich mich innerlich
gehörig loslassen und mich hergeben.
Es ist die Zeit der Aussaat,
nicht der Ernte. Gott sät.
Um das eine will ich mich mühen:
wenigstens als fruchtbares Saatkorn
in die Erde zu fallen.
Und in des Herrgotts Hand.
Ich verlasse mich auf den Herrn."
Delp wollte eigentlich nur eines:
"Die Rühmung Gottes vermehren. Helfen,
dass die Menschen Menschen sein können."
Die letzte Nachricht schrieb er drei Tage
vor seinem Tod am 2. Februar 1945.
Köder hat die gefesselten Hände Delps
und eine Nachzeichnung der Originalhandschrift
festgehalten in einem Bild.
In drei Worten fasst Delp alles zusammen,
was ein Menschenleben letztlich ausmacht:
- lebendige "Du"-Beziehung mit Gott,
- unerschütterliches Vertrauen auf ihn,
- und große Dankbarkeit für alles.
So lauten seine drei Abschiedsworte:
"Beten und glauben. Danke. Dp."
Text, zusammengestellt von: Theo Schmidkonz SJ
Bild: Sieger Köder, Fenster "Passion", Jesuitenfriedhof/Pullach
© Rottenburger Kunstverlag VER SACRUM
72108 Rottenburg am Neckar
Bestell-Nr. 914D |