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Keine Idylle - die Nacht und der Baumstumpf. Jesaja prophezeit das Ende, den Untergang, das Gericht. Alle sind schuldig. Keiner kann bestehen. Was Israel erwartet, was uns alle erwartet, ist der Tod. "Und was bleibt, ist der Stumpf einer Eiche, die gefällt wird" (Jes 6,13). Und wieder kündet Jesaja: "Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht", einen Lichtstrom von oben, der die endlos lange Nacht in lichten Tag verwandelt. Gott ist das Licht, und sein Licht - ist Erbarmen, Versöhnung und Friede - für immer und für alle.
Eine dritte Botschaft verkündet der Prophet: "Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor" (11,1). Aus einem leblosen Stamm - Isai, der Vater Davids, und wir alle sind gemeint - geht ein blühendes Reis hervor. Aus totem Baumstumpf - so malt es Sieger Köder - die ROSE. Sie steht da "wie ein Signal für die Völker". Und sie sagt: "Ich liebe dich - mit unendlicher Liebe. Hab keine Angst! Ich bin Mensch geworden - auch für dich. Ich verlasse dich niemals." Geheimnis der Rose: Weil Gott uns so liebt, können jetzt auch wir lieben - ihn, unseren Gott, und die Menschen.
Gott, in unserer Welt, in unserem Leben gibt es die Dunkelheit, die Wüste, den Tod. Du aber, Gott, schenkst uns immer wieder Zeichen der Hoffnung wie das blühende Reis aus dem Baumstumpf, und Zeichen der Liebe wie die Rose. Wir können atmen und leben; denn du, unser Gott, liebst uns über unser Ende hinaus. Amen.