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Zu zweit waren sie aufgebrochen am Ostermorgen: fort aus Jerusalem, fort aus dem dunklen Schrecken des Karfreitags, die furchtbaren, ragen- den Kreuzesgalgen hinter sich lassend. Und sie re- den sich immer tiefer in ihre enttäuschten Hoffnun- gen und ihre Verzweiflung hinein: Kleopas und einer, dessen Name nicht genannt ist - vielleicht, damit ich ihm meinen leihen kann? Und plötzlich sind sie zu dritt: Ein Fremder fragt scheinbar ahnungslos nach dem Grund ihrer Trau- rigkeit. Da bricht ihre Verzweiflung aus ihnen aus - und der unerkannte Auferstandene erklärt ihnen den Sinn der Schrift: "Mußte nicht der Christus das alles erleiden und dann in seine Herrlichkeit einge- hen" (Lk 24,26). Mit Mose beginnt er und fährt fort mit den Propheten: "Unserer Sünden wegen wurde er durchbohrt und unserer Vergehen wegen ge- schlagen" (Jes 53,5). Darüber geht der Tag zur Neige und sie bitten ihn, zu bleiben. Am Tisch der Herberge bricht er ihnen das Brot. Da erkennen sie ihn, der ihren Blicken entschwindet.
Der Tisch bleibt gedeckt mit den Gaben des
Abendmahles und mit den Worten der Schrift, die offen vor ihnen liegen. Im österlichen Licht erken- nen sie den Sinn der Schrift und was außerhalb Is- raels menschlicher Erfahrung ahnungsvoll aus- spricht: "Die, welche die Ungerechtigkeit vor der Gerechtigkeit lieben, sagen aber dies, daß der Ge- rechte gefesselt, gefoltert, geblendet an beiden Au- gen werden wird, und zuletzt, nachdem er alles mögliche Übel erduldet, wird er gekreuzigt werden und dann einsehen, daß man nicht gerecht sein, sondern scheinen wollen muß" (Platon). Aus dem Glauben Israels und der Ahnung der Heiden treten die Menschen seither an den Tisch des Wortes und des Sakramentes: Die Kirche ist Kirche aus Juden und Heiden.
Und so gehen sie zurück an die Stätte ihrer Traurig- keit. In das Dunkel der hereinbrechenden Nacht tragen sie das brennende Licht des Glaubens und den Zweig ihrer erblühten Hoffnung. - Nur sie?
Allmächtiger Gott, wir erkennen, daß unser Erlöser bei dir in deiner Herrlichkeit ist. Erhöre unser Rufen und laß uns erfahren, daß er alle Tage bis zum Ende der Welt bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat. Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.