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Das Thema dieses Psalms 139 - "Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich" - wird im Psalm und im Bild in vierfacher Weise variiert. Egal, ob der Beter aufsteigt zum Himmel oder noch in der Tiefe der Erde wie im Schoß seiner Mutter ruht - ob er eintaucht ins Morgenrot oder (links) versinkt in finsterer Nacht (gemeint: die Nacht der Gottesfinsternis) - der Beter fühlt sich geborgen in Gott, vertraut sich ganz seiner Hand an. So betet auch Jesus am Kreuz: "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist." Und von den Seinen gilt: "Niemand wird sie meiner Hand entreißen." "Der erste Schritt in die Mystik", sagt Dorothee Sölle, "ist das Staunen." Dieser Beter hier staunt über Gott: "Ich kann es nicht begreifen!" Sein Staunen ist sein aufrichtiger Dank.
PSALM 139 Du, du erforschst mich und du kennst mich. Du kennst mein Sitzen, mein Stehen. Du sichtest mein Gehen und Ruhen. Mit all meinen Wegen bist du vertraut. Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen. Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. Nehme ich die Flügel des Morgenrots, lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen. Würde ich sagen: Finsternis soll mich bedecken, die Nacht würde leuchten wie der Tag. Ja, du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Leib meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war alles geschrieben. Meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war. Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, wie gewaltig ist ihre Zahl. Mit dir, Gott, käme ich nie ans Ende. Erforsche mich, Gott, kenne mein Herz. Prüfe mich, kenne meine Sorgen. Führe mich auf dem Weg des Uranfangs!