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Die Sehnsucht war immer groß, das wahre Bild Christi zu besitzen. Nach einer alten Legende schenkte Jesus sein Bild zum erstenmal einer Frau, die er geheilt hatte. Aus dem Titel dieses Tuches "VERA ICONA", wahres Bild, wurde im Laufe der Zeit der Name der tapferen Frau auf dem Kreuzweg nach Golgota, VERONIKA. Sieger Köder stellt sich die Frage: Wo sieht man die Vera Icona, das wahre Gesicht Jesu heute? Die Antwort: in den Gesichtern der notleidenden Menschen, vor allem der Ärmsten. Darum malt er beeindruckend zum Gesicht des leidenden Jesus auf dem Schweißtuch der Veronika die schwarzen Hände eines Menschen aus der Dritten Welt hinzu.
Das Gesicht Jesu und die schwarzen Hände werden eins. Sie gehören zusammen. Wie noch nie zuvor entsteht ein Bild zu Matthäus 25,40: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan, das habt ihr mir getan." Der Maler sieht in diesem Bild sein persönliches Christus-Bild. Er meint: "Seit Kreuz und Auferstehung gibt Jesus jedem Stoff, der aus Mitleid gewoben ist, sein Gesicht." Wir können dieses Gesicht, die Vera Icona, das wahre Bild Jesu, täglich entdecken - in den Menschen, die leiden und in allen, die lieben. Hautnah ist dieses Bild des Herrn, besonders, wenn es "unter die Haut" geht.
Jesus, wir möchten dich sehen. Wir möchten ein Bild von dir. Du schenkst uns dein Bild, dein wahres Bild, die Vera Icona. Veronika zeigt es uns wie eine Monstranz - nicht aus Silber und Gold - wohl aber aus Fleisch und Blut: Der arme, notleidende Mensch, und in diesem Menschen - du, der Gekreuzigte und Auferstandene. Du - in den Leidenden und Liebenden. So nahe ist uns dein Bild. So hautnah - bist du selbst.