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LASS MICH DEIN ESEL SEIN
In Jerusalem, wenige Tage
vor seinem Tod am Kreuz,
bittet Jesus seine Jünger,
ihm einen Esel zu besorgen.
Auf die Frage, was sie
den Leuten sagen sollten,
wenn sie sich nach dem Sinn
dieser Esel-Aktion erkundigten,
antwortet Jesus: "Sagt ihnen:
Der Herr braucht ihn!"
Jesus braucht Esel, Eselinnen,
die auf sein Wort hören,
auch wenn dies für dumm gilt.
Die wie der Esel Bileams
sich lieber totschlagen lassen,
als den unrechten Weg zu gehen.
Die ihm zur Verfügung stehen,
wozu immer er sie braucht.
Also wirklich - Esel, Narren,
in den Augen Gottes freilich - Weise.
Jesus und der Esel -
sie passen und gehören zusammen.
Diese zwei sind eigentlich eins.
Der Esel ist ganz Auge und Ohr,
lauscht intensiv, horcht
und ge-horcht seinem Herrn.
Wohin Jesus ihn führt,
dorthin geht er.
Er vertraut seinem Jesus,
und Jesus vertraut auch ihm.
Der Palmesel in Jerusalem fühlt:
Der Jesus-Messias liebt mich.
Sein strahlendes Antlitz
wärmt meinen Rücken.
Und über mir spüre ich deutlich
die segnende Hand meines Herrn.
Sein Segen macht vieles leichter,
Unerträgliches sogar erträglich.
Das ist mein Glück, meine Freude:
Der Sohn Gottes be-sitzt mich,
ganz und für immer.
Ich darf sein Esel sein
und ihn tragen
durch die Straßen der Welt.
Jesus, vom Esel sagt man,
er sei das treueste Geschöpf,
das zuverlässigste Lasttier.
Du sagst: Der Herr braucht ihn!
Du brauchst Esel, Eselinnen,
die demütig und selbstbewußt sind.
Die nicht fragen,
was werden "die Leute" sagen.
Die nach deinem Wort leben,
auch wenn dies für dumm gilt.
Jesus, laß mich dein Esel sein!
Be-sitze mich ganz und für immer.
Und segne mich! Das gibt mir Kraft,
gern ein Esel zu sein
für dich und die Menschen.
Text: Theo Schmidkonz SJ
Bild: Lorenz Luidl, Christus auf dem Palmesel, Landsberg/Lech
Foto: Wolf-Christian von der Mülbe, Dachau
© Rottenburger Kunstverlag VER SACRUM
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