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DER FRIEDENSKÖNIG
Der Prophet Sacharja (9,9) sah ihn voraus,
den Friedenskönig für alle Menschen:
"Juble und jauchze, Tochter Jerusalem!
Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist demütig und reitet auf einem Esel.
Er ist gerecht und hilft
und verkündet den Völkern - den Frieden."
Friede - lautet die Sehnsucht der Welt.
Wer aber bringt uns den Frieden?
Unser Bild zeigt ihn, Jesus,
den einfachen Mann aus Nazareth,
Jesus, den menschgewordenen Gottessohn.
Zum Unterschied der üblichen Könige
auf stolzen Kriegswagen und Rossen
hält dieser König in Jerusalem Einzug
auf einem Esel;
seine Macht - ist die Ohnmacht,
sein Mut - ist die Demut,
seine Gewalt - ist Gewaltlosigkeit.
Und dieser König ruft den Menschen zu:
"Selig, die Frieden stiften, sie werden
Söhne Gottes genannt, und ihnen gehört
das Königreich der Himmel." Mt 5,9f
Das einfache Volk versteht seine Worte.
Es empfängt Jesus mit einem Gebet,
mit einem begeisterten Dankruf an Gott:
"Hosanna, gepriesen sei er, der da kommt,
im Namen des Herrn, der König Israels."
Mit grünen Büschen und Palmzweigen grüßen
sie ihn wie einen siegreichen Herrscher.
Am aktivsten im Bild sind die vier Kinder.
Sie breiten sogar ihre Kleider auf den Weg.
Kein Baum ist ihnen zu hoch, um Jesus
besser sehen zu können. Sie wissen:
dieser Jesus hat die Kinder gern.
Sie erinnern sich gut an seine Worte:
"Laßt doch die Kinder zu mir kommen; denn
auch ihnen gehört das Königreich Gottes."
So rufen sie Jesus mit Begeisterung zu:
"Hosanna unserem König, dem Sohne Davids."
Was sagen wohl wir ihm - bei seinem Kommen?
Ist unsere Freude - genauso groß?
Würden wir ihn erkennen - auf einem Esel,
den König der Welt, barfuß und arm?
Wie am Palmsonntag - kommt er auch heute:
demütig, gewaltlos, der Friedensfürst - Jesus.
Herr Jesus Christus, Friedensfürst,
voll Vertrauen bitten wir Dich:
Laß uns Deine Gegenwart auch dort erkennen,
wo Du arm und unscheinbar zu uns kommst.
Erfülle uns mit der gleichen Begeisterung,
die am Palmsonntag das Volk empfand.
Laß uns von Kindern immer wieder lernen
die Phantasie der herzlichen Liebe.
Mach uns empfänglich für Deine Botschaft,
mach uns zum Werkzeug Deines Friedens.
Wir preisen Dich, Herr, Du König der Welt.
Hosanna und Dank in alle Ewigkeit.
Text: Theo Schmidkonz SJ
Bild: Einzug in Jerusalem, Anfang 11. Jh.
Perikopenbuch Heinrichs II., München, Bay. Staatsbibl.
© Rottenburger Kunstverlag VER SACRUM
72108 Rottenburg am Neckar Bestell-Nr. 804 D |