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Roland Peter Litzenburger (1917–1987), ein Mann scheinbar am Rande der Kirche führt uns in die Mitte der Kirche: zu Christus, dem Gekreuzigten und von Gott aus dem Tod Auferweckten. Der Künstler schaut in Jesus den »Gottesknecht« bei Jesaja: Ohnmächtig gegenüber den Mächtigen, trägt er die Lasten der Menschen, ihre Schmerzen ebenso wie ihre Sünden. Bespuckt, geschlagen, verhöhnt sagt er: »Bis ihr grau werdet, will ich euch schleppen und retten.« Er ist einfach da – mit uns und für uns. »Schutzmantelchristus« wird er genannt, wobei er gar keinen Mantel braucht; denn er selbst ist der wunderbare Mantel, der uns brüderliche Geborgenheit schenkt. Keine übliche Kreuzesdarstellung. Der Maler hat das Wesentliche im Blick. Von diesem Christus sollten wir uns anschauen, ansprechen, berühren lassen.
Aus seiner Seite strömt Zuneigung, Wärme, Kraft, unfassbare Liebe. Das Leid und Kreuz der anderen macht er zu seinem eigenen Kreuz. Erschütternd, wie Jesus niederkniet – wie vor seinen Jüngern im Abendmahlsaal, als er ihre schmutzigen Füße wusch und ihnen dringend ans Herz legte: »Ich bin unter euch, wie der, der dient. Ich habe euch ein Beispiel gegeben.« Im Bild schaut er uns flehend an. Damals vor Jerusalem weinte Jesus: »Weil du die Tage des Angeschaut-Werdens von Gott nicht erkannt hast« (Lk 19). Die Wahrheit ist doch: Bevor wir ihm glauben und vertrauen, glaubt er längst schon an uns. Bevor wir ihn aufrichtig suchen, hat er uns immer schon liebend im Auge. Was für ein Mensch! Was für ein Gott! Ja, »was ist der Mensch, dass du, Gott, an ihn denkst, ihn so annimmst?« (Ps 8).
Jesus, wer bin ich, dass du auf mich schaust und mich nicht aus dem Auge verlierst? Wer bin ich, dass du vor mir niederkniest, du großer Gott, ich kleiner Mensch? Wer bin ich, dass du deine Arme ausbreitest und mich emporziehst an dein Herz? Wer bin ich, dass du deinen Leib, deine Seele ausbreitest wie einen Mantel, der mich beschützt, bewahrt vor dem Tod? Du antwortest: Mein bist du! Lass dich fallen in meine Hand.