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Der Beter des Psalms 77 ist in großer Not. Schwere Gewitterregen überschwemmen das Land. Dazu kommen tödliche Tsunamis und Erdbeben. Der Beter leidet stark unter der Gottesferne: »Hat Gott sein Mitleiden vergessen?« Im Leben gibt es schreckliche Ausweglosigkeit. Hohe Wellen schlagen über uns zusammen. Wir haben das Gefühl: Alles geht unter. Doch plötzlich erinnert sich der Beter an das, was im Roten Meer mit Israel geschehen ist: »Durch das Meer ging dein Weg, dein Pfad durch gewaltige Wasser.« Immer zeigt und führt uns Gott einen Weg, der letztlich in seinen offenen Armen landet. Der Psalmist sagt allerdings auch deprimiert:
»Doch niemand sah deine Spuren.« Im Bild erkennen wir nur menschliche Spuren. Gott selbst blieb und bleibt für uns unsichtbar, weshalb viele an seiner Existenz heute zweifeln. Ja, die Verborgenheit Gottes kann zur Last werden. Der Weg im Bild Köders aber lässt Gott erahnen. Es sind nicht alle unsere Wege reiner Zufall. Es gibt Wege aus großen Gefahren heraus und Wege im Leben zu hilfreichen Menschen hin, von denen wir sagen: Das war ein Wunder! Dass ich durch die Bombenangriffe im Krieg, durch Gefangenschaft und Vertreibung »durchkam«, war unverdiente, unfassbare Gnade Gottes. Dies anerkennen kann freilich nur, wer glaubt: Durch alle Fluten hindurch trägt mich Gott.
Ich rufe zu Gott, ich schreie: Hat Gott denn sein Mitleiden vergessen? Ich will nachsinnen über deine Taten. Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut. Durch das Meer ging dein Weg, dein Pfad durch gewaltige Wasser. Gott, dein Weg ist heilig. (Aus dem Psalm 77)