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In den Psalmen beten wir, wie Jesus gebetet hat, und sind betend mit den gläubigen Juden verbunden. Dort liegen auch die Wurzeln unseres Glaubens. Hier ein Bild aus einem großen Psalmen-Kommentar, Meisterwerk eines Malermönchs im 9. Jahrhundert. Wort und Bild gehören unzertrennlich zusammen. Wir schauen das Wort, das im Bild erklärt wird. 318 Bilder öffnen uns die Augen für Gebets-Worte, die der Mönch meistens im Blick auf Jesus deutet. Dieses Bild beschreibt eine stürmische Situation. Aufgepeitschte weiße Wogen scheinen alles zu überschwemmen und unter sich begraben zu wollen. Die Mienen der Menschen sind gespannt, aufgewühlt; aus den Gesichtern spricht Angst und Erwartung. Alle drängen zur Mitte, suchen Halt bei Gott.
Verzweifelt und doch voll Hoffnung schreien sie: "Bleib mir nicht stumm! Höre mein lautes Rufen, wenn ich stöhne und meine Hände zu dir erhebe!" Das Erstaunliche in der jüdischen Gebetskultur: Auch mitten in der Klage und schwersten Not findet der Beter noch Worte des Lobes und Dankes: "Gepriesen sei der Lebendige, denn er hat mein lautes Flehen gehört. Mir wurde geholfen, es jubelt mein Herz." Und fürbittend denkt er am Ende an sein Volk. (Dieser Text steht lateinisch über dem Bild:) "Mach heil dein Volk! Segne dein Eigentum. Weide sie und trage sie bis in die Ewigkeit." Im Bild sind diese Worte an Christus gerichtet. Jesus ist für den christlichen Beter überall dabei.
Jesus, im Sturm des Lebens bist du mein Fels, auf dem ich Halt finde und zur Ruhe komme. Du hast doch gesagt: "Kommt alle zu mir, bei mir werdet ihr Ruhe finden für eure Seele." Deine weit ausgestreckten Arme bergen mich. Deine guten Hände schützen und segnen mich. Ja, du bist mein Heiler und meine Kraft. Du schaust mich fragend, erwartungsvoll an. Und ich antworte: Mein Herz vertraut auf dich.