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Johannes der Täufer „predigte eine Taufe der Umkehr zur Sündenvergebung“. Bei der Taufe Jesu wird ihm bewusst: Ich, Johannes, bin nur ein Werkzeug. Ich leihe Gott meine Hand, meine Stimme. Aber das Entscheidende macht Gott. Und es kommt einzig auf Jesus an: „Er muss wachsen, ich aber kleiner werden.“ Jesus steht entblößt in der Jordanflut. Das Wasser steht ihm bis zum Hals, weil er alle Schuld auf sich nimmt aus Solidarität mit den Sündern. Doch Jesus segnet die Mächte der Flut. Da öffnet sich über ihm der Himmel und im Lichtstrahl kommt der Geist Gottes vom Himmel herab und bleibt bei ihm. Das gilt auch für unsere eigene Taufe. Paulus ermutigt und fragt die Getauften: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Ist das nicht gewaltig, aufregend: Gott, Gottes Geist wohnt liebend in uns?
Und Johannes sieht den Geist Gottes gleichsam symbolisch wie eine Taube mit einem Ölzweig auf Jesus herabkommen. Erinnerung an Noach und Sintflut. Gott hatte Erbarmen und zeigte mit der Taube: Ihr seid gerettet. Es ist Land in Sicht. Ihr kommt wieder auf einen grünen Zweig. Und: „Ich werde nie mehr vernichten!“ Der mitunter angstmachende Glaube wird zum gesundmachenden Glauben. Höhepunkt ist aber die Stimme von oben: „Du bist mein geliebter Sohn!“ Das verspricht Gott allen Getauften: Ihr seid meine Söhne und Töchter! Kann es Größeres in dieser Welt geben? „Wir heißen Kinder Gottes und sind es“, schreibt Johannes im ersten Brief. „Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat“ (1 Joh 3). Die Engel an der Seite Jesu im Bild sind heute die Eltern und Paten des Täuflings, als Boten und Helfer Gottes.
Gott, die Taufe Jesu am Jordan, aber auch unsere eigene Taufe, sind eine einzigartige Offenbarung deiner Liebe und Herrlichkeit. Lukas berichtet uns: „Während Jesus betete, geschah es.“ Im gläubigen Gebet wird also erfahren, was das Geheimnis „Taufe“ bedeutet: Der Himmel öffnet sich. Du sendest uns deinen Geist, sodass wir Tempel Gottes werden. Du, Gott, nennst uns Söhne und Töchter, und wir dürfen „Vater“ zu dir sagen. „Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, ich kann es nicht begreifen“ (Ps 139).